Der Fachkräftemangel in Radiologiepraxen und Krankenhäusern ist groß. Es fehlen medizinsch-technische Radiologie Assistenten, kurz MTRA. Auch größere Werbekampagnen erreichen nicht ihr Ziel, junge Menschen anzusprechen. Schlossen in den 90er Jahren noch mehr als 3.000 junge Menschen die Ausbildung zur MTRA ab, waren es in den vergangenen Jahren nur noch 1.400, Tendenz fallend. In radiologischen Praxen und Krankenhäusern fehlt zunehmend qualifiziertes Personal, jede fünfte Stelle kann selbst in großen Städten nicht mehr besetzt werden. In der Folge erhöhen sich die Wartezeiten für Patienten bis zur Schließung ganzer Fachbereiche. Die Ärzteverbände warnen schon seit längerer Zeit vor dieser Situation und empfehlen neben der Finanzierung von Modellprojekten und die gezielte Anwerbung von Schulabgängern auch die Anwerbung von MTRA aus dem Ausland. Bisher stand dabei immer nur Osteuropa im Fokus. Jedoch zeigt sich, dass es vor allem in Westeuropa Potenzial gibt, denn insbesondere in Spanien werden mehr medizinsch-technische Radiologie Assistenten ausgebildet als benötigt werden. Deutschland sollte auf dieses Potenzial zurückgreifen, zumal es in Spanien eine große Bereitschaft gibt, auszuwandern. Denn eine spanische MTRA, die nach einer dreijährigen Ausbildung keine Anstellung findet, bleibt häufig zu Hause und arbeitet stattdessen als Kellnerin oder in Teilzeit. Das Gehalt reicht vorne und hinten nicht, um sich eine Existenz aufzubauen.

In Spanien vernimmt man, dass in Deutschland MTRA gesucht werden. So orientieren sich spanische MTRA zunehmend Richtung Nordeuropa und Deutschland, denn sie sind es leid, sich in anderen Berufsfeldern zu verdingen oder unter prekären Verhältnissen zu arbeiten. Ein unabhängiges Leben, so Maria aus einem berufsvorbereitenden Sprachkurs der Firma TTA Personal, berichtet, dass es unmöglich sei, sich eine Existenz aufzubauen. “Da kommt Deutschland ins Spiel. In Spanien hat sich herumgesprochen, dass es einen großen Bedarf in Deutschland gibt und dass spanische Fachkräfte herzlich willkommen sind.”

Die Ausbildung als MTRA in Spanien

Was in Deutschland eine Ausbildung ist, wird in Spanien in zwei Ausbildungsgänge aufgeteilt: MTRA mit dem Schwerpunkt Diagnose und MTRA mit dem Schwerpunkt Strahlentherapie. Beide Ausbildungen beinhalten auch immer einen Teil der anderen Ausbildung: in der diagnostischen Ausbildung erstellen spanische MTRA Röntgenaufnahmen, setzen tomografische Verfahren ein und führen nuklearmedizinische Untersuchungen mithilfe von radioaktiven Substanzen durch. Viele spanische MTRA haben beide Ausbildung absolviert und verfügen über die Möglichkeit, ihre Ausbildung in Deutschland als medizinisch-technische Radiologie Assistenten anerkennen zu lassen.

Spanische MTRA nach Deutschland

Die deutsch-spanischen Personalvermittler von TTA haben sich auf die Vermittlung von spanischen MTRA nach Deutschland spezialisiert und organisieren berufsvorbereitende Deutschsprachkurse. Spanische MTRA sind jung und lernen in kurzer Zeit die deutsche Sprache und leben sich schnell in den deutschen Berufsalltag ein. “In Medizinalberufen fällt die Eingewöhnung besonders leicht, denn Spanisch ist die Sprache, die dem Latein am nächsten ist”, so der spanische Personalvermittler Vicente Milán.

Zurzeit lernen mehr als zehn MTRA Deutsch. Sie sind jung, motiviert und freuen sich auf eine Beschäftigung in Deutschland. Eine der spanischen MTRA, die zurzeit im Deutschsprachkurs sitzt: „Ich habe beide Ausbildungen zur MTRA abgeschlossen und kann die Bereiche Strahlentherapie und Diagnostik abdecken. Ich kann überall arbeiten und freue mich auf die Deutschland“.

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