Die Essenz von UX-Texten (User Experience)

Kürzlich habe ich einen Artikel über UX-Schreiben gelesen, dass es sich um „eine spezialisierte Form des Schreibens aufgrund seines Kontexts (innerhalb von Computerprogramme) und der Umgebung, in der es produziert wird (Technologieunternehmen)“ handelt. Ich bin nicht einverstanden. Daran ist nichts Neues. Es ist nichts anderes als das, was seit Ewigkeiten gemacht wird, wie zum Beispiel an Türen „Toilette“, den Knöpfen und Namen oder Symbolen von Fernsehern, Fernbedienungen oder Abschnittsnamen mit Pfeilen, die in ein Gebäude zeigen. Im Gebrauch geht es also darum, wie man ein Gerät benutzt oder wie man etwas erledigt oder irgendwohin kommt. Auch in der Werbung ist es üblich, mit geringstem Zeitaufwand für eine Anzeige (= Kosten) oder kleinstem Text (mehr Text = mehr Kosten) schnell etwas klar zu machen. Die Essenz all dieser Anwendungen besteht also darin, auf prägnante Weise zu verdeutlichen, was Sie vermitteln möchten.

In dem Artikel hieß es weiter: „Sie treffen jedes Mal auf UX-Schreiben, wenn Sie eine App oder das Internet verwenden. Wenn es seine Arbeit gut macht, merkt man es nicht einmal.“ Im Internet war dies überhaupt nicht nötig und man sah es auch nicht oft, bis viele Webseiten vereinfacht wurden (was eher eine ‘Verschlimmbesserung’ war). Dies war ein Trend vor einigen Jahren, nur mit dem Ziel Webseiten auf Mobiltelefonen besser nutzbar zu machen, auch wenn sie auf solchen Geräten kaum nützlich waren. Die Änderung bestand darin z.B. die Breiten auf ungefähr 640 Pixels festzulegen, wie ich auch auf einer Fahrrad-Website gesehen habe, was ich als eine Regression zurück in die 1990er Jahre erfuhr! Außerdem hat man einige Vereinfachungen durch die Verwendung von Piktogrammen vorgesehen, die nur eine ‘Vereinfachung sind wenn Sie die Bedeutung dieser Piktogramme kennen! In vielen Fällen wollten die Ersteller für Webseiten nicht sowohl richtige Webseiten als auch eingeschränkte Webseiten für Mobiltelefone erstellen. Deshalb haben sie ihre Webseiten auf solche einfache Websites beschränkt. Solche Verschlimmbesserungen sah ich bei der oben genannten Fahrrad-Website und z.B. auch bei einigen Webseiten zum Kauf/Verkauf von Gebrauchtwaren.

 

Die wahre Essenz des UX-Schreibens besteht darin, die Dinge so klein, so einfach und so leicht verständlich wie möglich zu machen. Bei Standard-Websites ist die Verwendung vieler Piktogramme nicht einfacher, wenn sie nicht standardisiert sind. Aber selbst dann ist bloss Text mindestens genauso gut und auf Standard-Websites ist kein Minimalismus erforderlich. Schnelle Aufmerksamkeit auf oder auf einer Website zu erregen ist das was Sie in Links zu und auf jeder kommerziellen Website sehen, von Gebrauchtwaren-Webseiten wie ebay bis hin zu Casino-Webseiten wie PlayAmo.

 

Die eigentliche Herausforderung besteht also darin, Piktogramme und kurze Texte dort einzusetzen, wo sie Sinn machen. Der Text sollte aber nicht zu kurz sein, manchmal ist ein längerer Text in verschiedenen Situationen von Vorteil. Dieser Kompromiss ist wirklich nichts anderes als Designeffizienz und hat wenig mit Texterstellung oder Apps zu tun. Es ist etwas Universelles. Verkehrszeichen sind ein weiteres Beispiel für diese Arbeit, nämlich mit kurzen Texten und Symbolen, die einfach und damit schnell zu verarbeiten und dann zu beantworten sind.

 

Abgesehen von dieser Erhebung von „UX Writing“ zu etwas Besonderem, ist die Sprache im Artikel und ähnlichen zu anderen Themen oft eher ungeschickt und indirekt oder erwähnt manches das nicht von Interesse ist. Anstatt den Kern der Ziele und wo es sinnvoll ist explizit und klar zu benennen werden beispielsweise „Stakeholder“ oder der Einstieg in diese Arbeit erwähnt. Warum sollte sich jemand zu diesem Zweck direkt darauf einlassen, außer wenn er tatsächlich Erfahrung in der Analyse von Software und Situationen hat und wie Menschen mit Software reagieren und damit umgehen? Die Probleme, auf die Menschen bei der benuztzung von Computerprogramme stoßen, sollten mit mit ihrer Beschreibung einem Programmierer automatisch bewusst machen wie der Entwurf sein sollte (oder geändert werden sollte), obwohl sie normalerweise alles nur aus ihrer Perspektive (als Programmierer) betrachten: Sie wissen, wie das Programm funktioniert, also wissen sie welche Art von Eingaben sinnvoll sind. Man muss nicht wirklich gute Texte schreiben können, aber man muss in der Lage sein das Programm oder die Website oder das Gerät aus der Perspektive eines Benutzers und nicht eines Entwurfs/Programmierers zu sehen. Dann ist UX-Schreiben ganz natürlich, außer dass Symbole möglicherweise von Ihnen definiert werden müssen. Ich meine dass solche Stellen wirklich zu spezialisiert sind und es wenig Sinn macht nach Leuten zu suchen die auf so eine Arbeit spezialisiert sind, statt Leute zu suchen die verstehen wie man analysiert und was in einem System vor sich geht. Dies ist eine allgemeine Fähigkeit, die sich nicht auf Apps, Websites oder Geräte bezieht.

 

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