Deutsche Solarinstallation auf Hochtouren

Durch die Senkung des Preises für Solarmodule ist der Return-on-Investment für Solarenergieanlagen in Deutschland besser denn je. Als Reaktion darauf ist die Baurate in der zweiten Hälfte dieses Jahres in die Höhe geschossen. Toby Ferenczi diskutiert die Auswirkungen auf die größte Solarwirtschaft der Welt.

Was würden Sie sagen, wenn Ihr Finanzberater Ihnen von einem Anlageprodukt erzählen würde, das eine garantierte Rendite von 15 % bietet, extrem sicher ist und 20 Jahre lang staatlich unterstützt wird? Wenn Sie in Deutschland leben, wird Ihnen möglicherweise genau dies gesagt. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kann jeder, der eine Photovoltaikanlage besitzt, den produzierten Strom zu einem Festpreis an seinen örtlichen Energieversorger verkaufen. Dies wird als Einspeisevergütung oder Cashback-Programm für saubere Energie bezeichnet. Deutschland hat dieses System bereits 2004 eingeführt und ist seitdem der weltweit größte Solarenergiemarkt. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Solarmodule der Welt in Deutschland installiert werden. Wenn also die Solarenergie in Deutschland seit 2004 boomt, was ist dann das Besondere an dem, was 2009 passiert? Denn dieses Jahr könnte trotz einer starken Rezession das zweifache größte Jahr für Solaranlagen in Deutschland werden.

Laut dem Münchner Merkur bringt der Energieversorger E.On derzeit täglich 200 Solaranlagen in Bayern ans Stromnetz, ein so hohes Niveau, dass es mit der Nachfrage kaum Schritt halten kann. Ein führender Branchenanalyst behauptet, dass die Installationen in Deutschland in diesem Jahr fast 4 GW erreichen werden; Das entspricht einer Marktgröße von 16 Milliarden Euro und einer Fläche von 4.000 Fußballfeldern. Seit Ende des zweiten Quartals haben jedoch viele Menschen das Zeitfenster erkannt, von Familien bis hin zu Großinvestoren. Die meisten Anlagen (80-90% des Marktes) sind kleine Dachanlagen, aber auch in Deutschland befinden sich derzeit einige der größten Solarparks der Welt im Bau.

Die Erklärung für den Anstieg ergibt sich aus der einfachen Betrachtung der Kapitalrendite. Nach dem EEG soll die Einspeisevergütung für Neuanlagen jährlich um rund 10 % gesenkt werden, in der Hoffnung, dass die Solarenergie am Ende ohne Förderung überleben wird. Nach der Finanzkrise fiel der Preis für Solarmodule um 30 % oder mehr, was bedeutet, dass die Investition in eine Solaranlage wesentlich rentabler ist. Viele Deutsche scheinen jetzt von der Idee angetan zu sein, in eine Solarstromanlage zu investieren, die sie sehen und anfassen können, und ihren eigenen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Es gibt natürlich eine dunkle Seite dieser Sonnenenergie-Bonanza. Die Einspeisevergütung sollte zwar einen wirtschaftlichen Anreiz für Erneuerbare Energien schaffen, aber Reichen nicht helfen, reicher zu werden. Die Unterstützung des Programms kostet den deutschen Steuerzahler einen erheblichen Betrag, so dass eine Politik, die eine Förderung für Hausbesitzer mit Photovoltaik schafft, einige ethische Fragen aufwirft. Es sind mehrere Berichte über die Rücksichtslosigkeit aufgetaucht, mit der Landbesitzer den Bau von Großkraftwerken betreiben. Millionen Euro stehen auf dem Spiel, um sicherzustellen, dass Solarparks noch vor Jahresende fertiggestellt werden, um Zugang zur diesjährigen Einspeisevergütung zu erhalten, und einigen Grundeigentümern wurde vorgeworfen, das Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften nicht zu berücksichtigen.

Die neu gewählte Bundesregierung wird die Lage sicherlich sehr genau prüfen, da sie in den nächsten Wochen über die EEG Einspeisevergütung 2021 entscheiden soll. Anti-Einspeisetarif-Lobbygruppen behaupten, dass das Gesetz jetzt einfach Geld an die Menge chinesischer Fertigungsunternehmen weitergibt, die jetzt Solarprodukte zu niedrigeren Kosten produzieren können als die deutschen Unternehmen.

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